Lassen Sie ein Gefühl von Demut entstehen. Prüfen Sie sich selbst. So wie andere Ihnen weh getan haben, haben Sie auch jemandem Svielleicht verletzt. Erkennen Sie Ihre eigenen Schwächen und Fehler. Sagen Sie innerlich: Es tut mir leid! Im selben Moment, in dem Sie um Verzeihung bitten und verzeihen können, öffnen Sie eine Tür, und Vergebung wird möglich. Das ist der erste Schritt zur Heilung.
Kreuzübung – Vergebungsübung – Shi Zi Gong
Lassen Sie das Gefühl von Dankbarkeit aufkommen: für das Leben, für ihre Erfahrungen, auch wenn sie mitunter bitter waren. Es gibt immer eine Chance.
Anschließend versuchen Sie, alle Gedanken und den Körper zu vergessen. Die kosmischen Energien tun dann ihr Werk. Das kann die Seele heilen.
Äußere Haltung:
Wenn Sie keine Beschwerden an den Beinen oder Füßen haben, machen Sie die Übung am besten im Knien (aufrecht oder auf den Fersen sitzend). So ist die Wirkung am stärksten.
Sie können aber auch im Stehen, auf einem Stuhl sitzend oder im Schneidersitz üben.
Die Füße in Schulterbreite auseinander stellen, so dass die Fußspitzen eine Linie bilden, die Füße stehen parallel oder mit den Fußspitzen etwas nach außen. Im Stehen sind die Kniegelenke leicht gebeugt, im Sitzen soll zwischen Ober- und Unterschenkel ein rechter Winkel bestehen. Die Arme zunächst locker hängen lassen, die Augen sanft schließen und das Kinn etwas heranziehen.
Den ganzen Körper entspannen und die Gedanken zur Ruhe kommen lassen. Alle Sorgen loslassen.
Dann legt man für einige Augenblicke die Handflächen vor der Brust zusammen, mit den Fingerspitzen nach oben. Wenn die Stimmung andächtig geworden ist, werden die Arme vor der Brust gekreuzt (Männer legen zuerst den linken Arm über die Brust, Frauen zuerst den rechten, dann den anderen Arm darüber).
Abschluss: Keinesfalls vergessen!
Beide Hände übereinander auf den Bauchnabel legen (Männer zuerst die linke Hand, Frauen zuerst die rechte, die andere Hand darüber legen). Mit den Händen in einem mittleren Tempo leicht um den Bauchnabel (das untere Dan Tian bzw. Energiezentrum) kreisen – neunmal im Uhrzeigersinn, danach neunmal in die entgegengesetzte Richtung.
Anschließend die Hände reiben, bis sie warm sind, dann das Gesicht „waschen“: Die Handflächen fest an die beiden Wangen legen, entlang der Wangen nach oben in die Mitte der Stirn und dann kräftig nach unten bis zum Kinn hinunter streichen. Dann wieder entlang der Wangen nach oben und wieder nach unten (18 Mal).
Wenn die Übung im Schneidersitz oder im Knien durchgeführt wird, werden zum Schluss die Fußsohlen mit der Handkante jeweils 36 Mal auf und ab gerieben. Männer beginnen mit dem linken Fuß, Frauen mit dem rechten.
Dann die Hände wieder vor der Brust zusammen legen. Die Übung ist beendet.
Hinweise: Die edle Stimmung von Demut und Dankbarkeit und die ehrliche Absicht, sich selbst zu prüfen, seine Fehler zu bekennen und zu bereuen bzw. die Bereitschaft, das Leid aller Menschen in der Welt auf sich zu nehmen, sind gute Heilmittel für alle seelischen und körperlichen Erkrankungen.
Je mehr das Selbst losgelassen werden kann, desto besser ist der Übungserfolg.
Menschen, die oft ein starkes schlechtes Gewissen haben und sich Selbstvorwürfe machen, können mehr den Aspekt der Dankbarkeit für die Gnaden des Universums betonen und weniger das Prüfen, Bekennen und Bereuen.
Für Anfänger ist grundsätzlich nur die bisher beschriebene „Kleine Kreuzübung“ geeignet. Während das kleine Kreuz, das die Arme vor der Brust formen, Bescheidenheit, Dankbarkeit, Selbstprüfung sowie das Bekenntnis zu den eigenen Fehlern und Schwächen symbolisiert, steht das Große Kreuz der ausgebreiteten Arme für die Hingabe an den Dienst für die Menschheit und die Erde.
Fortgeschrittene Tian-Gong-Praktizierende, die die Berufung in sich spüren, ihr Leben diesem Dienst zu widmen, dürfen die „Große Kreuzübung“ ausführen. Denn mit der „Großen Kreuzübung“ bekunden wir unsere Absicht, die Leiden der Menschen auf uns zu nehmen und für ihre Läuterung zu wirken.
Die Kreuz-Haltung im Stehen:
Die Füße stehen direkt nebeneinander. Stehen Sie entspannt. Lassen Sie Ihre Hände natürlich an Ihren Seiten herabhängen. Schließen Sie Ihre Augen sanft zu und ziehen Sie Ihr Kinn leicht heran. In dieser friedvollen und heiligen Haltung legen Sie die Handflächen aneinander.
Anschließend heben Sie die Arme bis Schulterhöhe, so daß der gesamte Körper einem Kreuz ähnelt. Männer halten die Handflächen nach unten, Frauen nach oben.
Abschluss: wie oben