Spirituelles Wachstum
Xiu Lian – Grundlage jeder spirituellen Entwicklung
Xiu Lian ist der Schlüsselbegriff in allen spirituellen und religiösen Richtungen der chinesischen Geschichte, im Daoismus ebenso wie im Buddhismus. Die Idee, dass sich ein Mensch beizeiten um sein „Seelenheil“ kümmern muss, ist in der Kultur und im Bewusstsein der Chinesen tief verankert, erst recht wenn jemand bereits von einer schweren Krankheit oder einem Schicksalsschlag getroffen wurde. Xiu Lian vereint sowohl die Gesunderhaltung von Körper und Seele als auch das Bemühen, Denken und Verhalten zu verbessern. Die wichtigsten Schritte auf dem Weg dorthin sind bei Tian Gong die Reinigung und Wiederherstellung der Seele sowie das selbstlose Wirken zum Wohle aller Menschen und der Erde. Dies erfordert zum einen die Bereitschaft zur Wandlung, zum anderen die dankbare Annahme und Anwendung der wundervollen „Himmlischen Energieübungen“ und Methoden., welche die eigentliche Bedeutung von Tian Gong ausmachen.
Sind Menschen mit übersinnlichen Fähigkeiten immer weise?
Wer über übersinnliche Fähigkeiten verfügt, ist noch lange kein Meister. „Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten sind nicht unbedingt weise. Die Weisheit eines Weisen ist die eigentliche Große Fähigkeit und Kraft.“ (Letian Shi Fu, „Über Weisheit und Klugheit“)
Wer schnell übersinnliche Fähigkeiten bekommt, tappt nicht selten in die gefährlichste Falle, die auf Menschen auf dem spirituellen Weg wartet: Stolz. Letian Shi Fu betont, dass die gundlegendste Eigenschaft die Demut sein muss. Denn Demut gleicht dem Wasser, das alle Wesen nährt, ohne Unterschied, und das auf seinem Weg zum Ozean immer den niedrigsten Punkt sucht. Von Laotse stammen die Worte: „Höchste Güte ist wie das Wasser. Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit.“ (Laotse, Tao Te King, 8, übersetzt von Richard Wilhelm, Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf, 1978, S. 48)



